Glaubenssätze

Glaubenssätze sind ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Sie bestimmen unbewusst unser Denken und Verhalten. Aber was sind Glaubenssätze? Wie entstehen Glaubenssätze? Und kann man sie verändern? All diese Fragen werde ich probieren euch zu beantworten.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind Gedanken, an die wir glauben. Wir glauben, dass diese Gedanken wahr sind. Es gibt sowohl positive als auch negative Glaubenssätze. Es gibt ganz viele unterschiedliche Glaubenssätze und jeder Mensch kann andere Glaubenssätze haben.

Glaubenssätze geben den Situationen in unserem Leben erst einen Sinn. Obwohl du zum Beispiel eine intelligente Person bist, kannst du es nicht sehen, weil du glaubst, dass du nicht intelligent bist. Du hast in deinen Augen keine „Beweise“ dafür, dass du intelligent bist. Genauso könntest du an einer tödlichen Krankheit leiden, aber trotzdem lebensfroh dein Leben leben, einfach, weil du glaubst, dass du sie besiegen wirst. Allerdings kannst du auch daran auch kaputtgehen, weil du glaubst, dass du es nicht schaffen wirst und bald sterben wirst.

Überzeugungen und Glaubenssätze sind sehr wichtige Bestandteile unseres Selbstvertrauens, Selbstwerts und Selbstbewusstseins. Wenn wir also nur negative Glaubenssätze haben und diese nicht verändern, werden wir nie wirklich glücklich und erfolgreich sein. Sie werden uns immer aufhalten, indem sie uns Löcher graben, in die wir hineinfallen. Oder sie schubsen uns immer wieder zurück oder halten uns fest, damit wir nicht vorwärtskommen. Wobei positive Glaubenssätze uns einiges erleichtern können. Sie unterstützen unser Vorhaben und helfen uns, wo sie nur können. Zum Beispiel können sie uns innere Kraft geben und uns motivieren. Zudem können sie uns aus den Löchern, in die wir fallen, wieder herausholen. Also das komplette Gegenteil von den negativen Glaubenssätzen.

Ich will damit nicht sagen, dass man nur positive Glaubenssätze und Überzeugungen haben soll. Das wäre dann auch wieder nicht ganz richtig. Dann würden wir nur noch komplett positiv sein und könnten das negative vielleicht mehr wirklich erkennen. Um realistisch zu denken und zu handeln, muss man sowohl das Positive als auch das Negative sehen können. Im besten Fall sollte das Positive aber überwiegen.

Wie entstehen Glaubenssätze?

Es gibt 3 Dinge, wodurch Glaubenssätze normalerweise entstehen:

  • Durch Erfahrungen und Referenzerlebnisse
    • Vor allem durch die Erfahrungen im jungen Alter
    • Je stärker wir eine Erfahrung erlebt haben, desto eher wird ein Gedanke dazu, zu einem festen Glaubenssatz
    • Aus dem Gedanken entsteht ein Glaubenssatz, weil wir dann genug Beweise gefunden haben, die den Wahrheitsgehalt unterstützen
    • Es kommt aber eher auf unsere Reaktion an und nicht auf die Erfahrung an sich
  • Durch die emotionale Intensität
    • Wenn man zum Beispiel viele Erfahrungen mit einer starken emotionalen Intensität gesammelt hat, kann auch aus dem Glauben, eine Überzeugung werden.
    • Da man seine Überzeugungen als wahr empfindet, mag man sie ungern wieder loslassen
  • Durch permanente Wiederholungen
    • Durch Wiederholungen wird es zur Gewohnheit und die Nervenbahnen im Gehirn verstärken sich
    • Dabei gibt es 2 Arten von Wiederholungen:
      • Durch den täglichen inneren Dialog
      • Durch dein Umfeld

Unser Umfeld ist ein wichtiges Thema bei unseren Glaubenssätzen. Menschen imitieren nämlich gerne andere Menschen. Wir schauen uns gerne alles mögliche von anderen ab und übernehmen es. Wir kopieren also nicht nur Gewohnheiten und Verhalten von anderen, sondern auch Denkweisen, Überzeugungen und sogar auch deren Glaubenssätze. Glaubenssätze haben nämlich weder eine genetische Veranlagung noch haben sie etwas mit dem Zufall zu tun.

Das Imitieren von anderen ist auch gut bei Kindern sichtbar. Sie gucken sich immer sehr viel ihren Eltern ab. Allerdings beeinflussen nicht nur Eltern die Kinder. Kinder gucken sich zum Beispiel auch vieles von großen Geschwistern, Lehrern und sogar von Figuren und Menschen (zum Beispiel aus dem Fernseher) ab.

Ich habe einen Satz schon sehr oft in meinem Leben gehört und kann ihn mittlerweile definitiv bestätigen. Vielleicht habt ihr den Satz auch schon gehört:

Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du deine meiste Zeit verbringst.

Es ist wirklich wahr. Ich habe mit unterschiedlichen Gruppen viel gemacht und habe mich an die einzelnen Zeiten zurückerinnert. Dabei bemerkte ich, dass mein Handeln und Denken in den unterschiedlichen Zeiten und Gruppen, immer anders war. Es ist schon etwas erschreckend.

Beispiele von Glaubenssätzen

Ich habe euch erklärt, dass es unterschiedliche Glaubenssätze gibt. Allerdings gibt es nicht nur einen Unterschied zwischen positiven und negativen Glaubenssätzen. Es gibt auch Unterschieden zwischen „verallgemeinerte“ und „ich-bezogene“ Glaubenssätze.

Verallgemeinerte Glaubenssätze könnten zum Beispiel sein:

  • Alle Blondinen sind dumm./ Brünetten sind intelligent.
  • Alle Menschen, die kein Untergewicht haben, sind faul./ Untergewichtige sind sehr aktiv.
  • Alte Menschen sind eine Last./ Junge Menschen können alles besser.
  • Alles in der Welt ist schlecht./ Alles in der Welt ist gut.

Solche Glaubenssätze sind dann aber eher schon Vorurteile, an die sie allerdings glauben, weil sie zum Beispiel eine Person kennen, bei der es passt. Ist der Glaube aber einmal bewiesen worden, kann es zu einem Glaubenssatz werden, der immer gleich alle verurteilt.

Beispiele für ich-bezogene Glaubenssätze:

  • Ich bin schlecht./ Ich bin gut.
  • Ich bin dumm./ Ich bin intelligent.
  • Niemand mag mich./ Alle mögen mich.
  • Ich bin hässlich./ Ich bin hübsch.
  • Das schaffe ich nicht./ Ich schaffe alles.
  • Immer passiert nur mir sowas./ Ich lerne aus den negativen Situationen, die mir Wiederfahren.
  • Ich bin nutzlos./ Ich bin wertvoll.
  • Das Leben  hasst mich./ Das Leben liebt mich.
  • Ich hasse mich./ Ich liebe mich.

Das alles waren jetzt nur Beispiele. Manche von den Glaubenssätzen hatte/ habe ich selber, aber nicht alle. Werdet euch euren Glaubenssätzen bewusst. Wenn ihr in einer Situation seid, in der ihr irgendwie reagieren müsst, achtet mal genau auf eure Reaktion. Also einfach in alltäglichen Situationen. Wie zum Beispiel, wenn sich an der Kasse jemand vordrängelt. Oder wenn ihr aus dem Keller kommt und etwas vergessen habt. Wie reagierst du dann? Bist du wütend? Genervt? Ist es dir gleichgültig? Bist du trotzdem zum Beispiel motiviert, nochmal in den Keller zu gehen? Schreibt euch eure Gedanken mal für 2 oder 3 Tage auf und guckt sie euch dann an. Vielleicht fällt euch auf, ob eure Glaubenssätze eher positiv oder eher negativ sind. Es kann natürlich auch sein, dass es ausgeglichen ist.

Glaubenssätze verändern

Wenn man seine Glaubenssätze verändern möchte, muss man sie an ihren Wurzeln packen. Wenn man sich bloß immer wieder gut einredet und zum Beispiel sowas sagt wie: „Ich bin gut!“, „Ich bin intelligent!“ oder „Ich bin schön!“, heißt das noch lange nicht, dass es auch so ist. Und es bedeutet auch nicht, dass es dann zu einem Glaubenssatz wird. Glaubenssätze entstehen dadurch, dass Beweise den Wahrheitsgehalt stützen. Nur weil man es sich selber immer sagt, hat man allerdings keinen Beweis und so wird es nicht zu einem Glaubenssatz werden.

Man muss sich immer wieder fragen, an was man glauben möchte und an was man nicht glauben möchte. Zudem muss man sich die Fragen stellen, für was man Beweise sammeln möchte und für was nicht. Man wird weder seine eigenen noch die Glaubenssätze von anderen durch eine logische Erklärung, verändern können. Wenn ihr eure Glaubenssätze kennt, hinterfragt sie und prüft ihren wirklichen Wahrheitsgehalt.

Mein Fazit

Glaubenssätze steuern uns durch unser Unterbewusstsein. Ich wusste bis vor fast einem Jahr nichts über Glaubenssätze. Als ich herausgefunden habe, was das ist und was für Glaubenssätze ich habe, wurde mir klar, dass ich sie verändern muss. Meine Glaubenssätze waren fast alle negativ. So war es kein Wunder, dass es mir so schlecht ging und ich nichts auf die Reihe bekommen hatte. Nachdem ich mich hingesetzt hatte und an meinen Glaubenssätzen gearbeitet habe, hat sich vieles für mich verändert. Ich meine jetzt aber nicht nur meine Denk- und Sichtweise. Zum Beispiel hat sich mein komplettes Wohlbefinden ins Positive verändert. Dadurch bin erst zu der lebensfrohen und starken junge Frau geworden, die ich jetzt bin. Und darauf bin ich verdammt stolz. Eine kleine Bitte habe ich noch an dich. Bitte vergiss nie:

Du ganz alleine hast die Macht darüber, an was du glauben willst!!!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Beiträge abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.